#berlin

Tag 105

Besuch aus ’merica

Als 2012 ich mein Erasmus Aufenthalt in London plante, #reisen entschied ich spontan auch meine Schwestern in Costa Rica zu besuchen und meine neu gewonnen Freunde in New York, besser gesagt in Brooklyn zu besuchen. In voller Vorfreude auf den NYC Trip fotografierte ich den tätovierten Nacken.

Der Nacken gehört zu Rebecca, einer Fotografie-Studentin aus New York. Nein. Nicht zugezgen. Geboren und aufgewachsen in Brooklyn. Nicht im Hipster Brooklyn. In the hood. Ich liebte sie sofort. #berlin Ihre Gefühle für ihre Stadt sind die gleichen, die ich für meine habe. Wir lieben unsere Heimat abgöttisch und hassen alle, die die Mieten hochtreiben und uns Eingeborene verdrängen wollen.

Tag 105

Besuch aus ’merica

Wenn man Besuch aus den kulturimperialistischen USA bekommt, will man seinem Gast vor allem eines beibringen:#berlin Deutschland ist ein freies Land. Man kann hier alles machen, was das Herz begehrt. Sogar auf den Straßen trinken und in Bars rauchen.

Ich habe 1000 und eine Sache vor, die ich Rebecca zeigen will. Sie wird drei Wochen in Berlin bleiben. Gerade lang genug um alles zu erleben, was man erlebt haben muss. Ich würde ja sogar ins Berghain gehen. Dann hab ich das endlich auch mal gemacht.

Berlin ist auch ein Ort, an dem man Amerikaner mit ihrer eigenen Geschichte konfrontieren kann. Immerhin wurden wir von den Amerikanischen Besatzer Truppen geprägt. Dazu gehört ein Besuch der Abhörstation auf dem Teufelsberg und die Mauer. Das werden wir alles machen.

Tag 106

Everybody is just so rude

Wir liefen also den Ku’damm entlang und ich informierte sie über alle möglichen Fakten Berlins. Bei Saturn angekommen, holten wir uns#berlin bei o2 eine Aufladekarte und wollten diese beim Verkäufer aktivieren lassen und anschließend zu einer Nanosim klein stanzen lassen. Wir suchten den o2 Stand. Niemand da. Wir wurden freundlich gefragt, ob wir Hilfe bräuchten. „Wir wollen die Sim-Karte aktivieren und sie anschließned klein stanzen lassen, damit sie in das iPhone5c passt.“ – „Ja, das machen Sie bitten beim Kollegen. Der kommt gleich.“ Einige Gleichs später saßen wir immer noch vor dem leeren o2 Stand und warteten darauf, dass der Kollege „gleich“ kommt. Er kam nicht. Der Mensch von mobilcom nickte uns zu: „Gleich. Er kommt gleich.“ Ok. Ich meine, nicht, dass ich nicht genug Unterhaltung-Stoff mit Rebecca gehabt hätte. Wir haben uns ewig nicht gesehen.

Nach einer halben Stunde kam ein gegelter o2 Mitarbeiter in seidenem Hemd in Jeans und schicken Wildleder Halbschuhen auf uns zu. Ich wiederholte: „Wir wollen die Sim-Karte aktivieren und sie anschließned klein stanzen lassen, damit sie in das iPhone5c passt.“ Geliger-Arsch-o2-Mitarbeiter schaut sich um und spricht mit dem mobilcom Mitarbeiter: „Dafür hast du mich aus der Pause geholt?“ und geht weg. Ich war ehrlich gesagt ziemlich fassungslos. Eine absolute Frechheit. Ein Azubi setzte sich schnell zu uns und begann die Karte zu aktivieren. Ich war immer noch super entsetzt. Wie frech kann man eigentlich sein! Der Azubi versuchte die Wogen zu glätten in dem er sehr aufmerksam war und uns persönliches fragte. Woher wir wären, etc.