...und wir singen: "Goo-hoot safe ze Angie"... #alltag

Tag 86

Denglish für Agenturfuzzis

Ich bin ab heute für die nächsten drei Tage für einen Werbejob gebucht #arbeitworden. Mein langjähriger Freund Henning gründet gerade seine eigene Agentur und hat das Rad bereits ins Rollen gebracht. Frag mich nicht wie, aber er hat einen – in meinen Augen – riesigen Job an Land gezogen. Dem entsprechend habe ich Respekt vor dem, was mich erwartet.

Gestern trafen wir uns schon mal kurz zu Sondierungsgesprächen mit dem anderen Designer und der zweiten Strategin. Es wurde mit Wörtern geschleudert, die aus dem Englischen entlehnt zu sein scheinen. Die meisten kennt man ja: Briefing klingt natürlich besser als Einsatzbesprechung. Auch Abkürzungen sind unabdinglich in der Werbe-Branche: PM und KVA konnte ich mir mit meinem Hirnschmalz auch zusammen reimen. Aber was zur Hölle sind „Deliverables“. Ich meine is’ klar, ne!? to deliver = ausliefern. Also sind Deliverables Dinge, die man dem Kunden liefert. Aber warum zur Hölle muss man das auf english sayen? The deutsche Sprache ist doch die der Dichter and Thinker, you know. Aber warum muss man denn, wenn man sich unter Werbern bewegt, automatisch englische Wörter einbauen? Die werden ausserdem größtenteils falsch benutzt. Was ist denn „Ich muss das Meeting canceln“ bitte für ein Englisch? Und Deutsch ist es schon gar nicht!

Der Deutsche wird verführt seine eigene Sprache zu internationalisieren und mit dem Englischen anzureichern. Lange schon wissen wir, dass handy in Wirklichkeit ein Adjektiv ist und „handlich“ bedeutet.

Auch in Costa Rica, wo meine Schwestern leben, hat die englische Sprache ihre Trümmerhaufen hinterlassen: Tuanis ist ein super Beispiel (und nicht so ausgeluscht wie Gringo = Green go! = Peaople wearing green uniforms, leave us alone, please!). Tuanis ist ein fester Bestandteil der Costa Ricanischen Umgangssprache und bedeutet „zu schön“. Es ist aus dem Englischen „too nice“ entlehnt. Tuanis ist ein sehr nices Wort, kann man sagen.

Mein Liebling ist jedoch ein Satz aus meiner Jugend, der auch in #alltagjeglichen Sprachen falsch ist:

„Aldaaaa, isch bin so drunken!“

Ja, das Wort „to drink“ (dt. trinken) wird im deutschen folgendermaßen konjugiert: drink, drank, drunken. Is’ klar. I like.

PS: In der Agentur, die Henning gründet werden Anglizismen ausgeschlossen.

PPS: Man kann auch deutsche Wörter adoptieren unter deutschretten.com